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Als sich am 27.Oktober im Jahre 1905 einige Herren zusammensetzten und über die allgemeine Aquaristik plauderten, führten sie auch während ihrer Unterhaltung einem Gedanken folgend sogleich Vorbesprechungen über die Gründung eines Aquariumvereines. Dieser wurde dann auch prompt am 10. November 1905, also vor mehr als 100 Jahren, gegründet. Unter dem Namen TRIANEA, für Aquarium- und Terrariumkunde zu Rixdorf in Berlin, so hieß unser Bezirk Neukölln damals, wurde der Verein aus der Taufe gehoben.
Der Vereinsname TRIANEA wurde einer Schwimmpflanze gleichen Namens, Trianea bagonensis, entliehen. Als Emblem für das Vereinslogo fungierte aber einer der ältesten eingeführten Fische, der Schleierschwanz.
Der erste Vorstand bestand aus dem ersten Vorsitzenden Otto Hampel, dem ersten Schriftführer H. Wildgruber und dem ersten Kassierer Paul Hampel. Die 18 Mitglieder des neuen Vereins beschlossen, dass der Beitrag 25 Pfennige und die Aufnahmegebühr 50 Pfennige betragen sollte. Es erwies sich aber schon in Jahre 1906, dass man mit 25 Pfennigen Beitrag im Monat nicht auskam, so das man den Mitgliedsbeitrag auf 50 Pfennige im Monat erhöhen musste. Die Sitzungen fanden damals, genauso wie noch heute, zweimal im Monat statt. Sie begannen aber erst zwischen 21:30 und 22:00 Uhr und endeten etwa gegen Mitternacht. Einige Sitzungen sollen damals sogar bis 3 Uhr morgens angedauert haben. Das erste Vereinslokal war in der heutigen Flughafenstraße Ecke Erlanger Straße, wo auch die ersten Börsen stattfanden. Als der VDA (Verband Deutscher Vereine für Aquarien und Terrarienkunde e.V.) 1911 gegründet wurde, trat auch der Verein TRIANEA dem neuem Verband bei und ist noch bis heute dort Mitglied. Das bekannte blau - weiße Emblem des VDA`s wurde von dem Trianeamitglied Otto Schmitt entworfen und ist noch heute im Gebrauch. Am 5. November 1913 wurde der 2. Vorsitzende von TRIANEA, Kurt Born, als Kassierer in den Bezirk Berlin-Brandenburg gewählt und nahm dann am 9.Oktober 1915 das Amt des ersten Vorsitzenden an, welches er aber sogleich am 27. November 1915 wieder niederlegte. Der Verein wurde größer, besaß inzwischen einige Tümpel, und entwickelte sich in den folgenden wilden Jahren mit wechselndem Erfolg. Gute und schlechte Zeiten, zwei Weltkriege, Inflation und das „Tausendjährige Reich" gingen auch an TRIANEA nicht spurlos vorbei. Leider gingen in dieser Zeit viele Dokumente und Urkunden verloren, so dass hier nur lückenhaft über die frühe Geschichte des Vereins berichtet werden kann. Aber Persönlichkeiten wie Georg Hilbig, Fritz Stolzenhain, Walter Hausmann, Herbert Stellmacher, der mit strengem Regiment den Kaiserpfuhl hegte und bewachte, sowie O.P. Schulz, der sowohl den Verein TRIANEA, als auch den Bezirk 01, Berlin - Brandenburg, vom 14.November 1937 bis zu seiner Einberufung in den Krieg am 27.Juni 1942, also in der Zeit der Zwangsvereinigung des VDA mit dem RDA (Reichsbund Deutscher Aquarien und Terrarienvereine), leitete und gleichzeitig dort vertretender Reichsbundleiter war, waren in Verbandskreisen wohl bekannt. Nach dem zweiten Weltkrieg waren zunächst die Vereine verboten. Man traf sich als naturkundliche Interessengruppe Kosmus in der Organisation „Neues Leben". Aber bald durften die Vereine wieder unter ihrem alten Namen tagen. Auch der VDA konstituierte sich wieder. In unserem Verein, hier in Berlin, herrschte zu der damaligen Zeit eine sehr steife, konservative Rangordnung. Ohne Anzug und Krawatte wurde man zu keiner Zeit in eine Sitzung eingelassen. Eine Mitgliedschaft konnten derzeit ohnehin nur Herren durch einen Leumund erreichen!
Aber langsam änderte sich diese Einstellung im Verein durch neu eingetretene Mitglieder, die die alten, konservativen Regelungen lockerten. Jüngere Vorsitzende lösten die alten, steifen Herren ab, und führten neue, modernere Regeln ein. Beteilig waren unter anderem die Herren Walter Hausmann, Erich Nüscher, Günther Vogt, Walter Pape, Fred Schotte, Horst Linke, Wolfgang Strauch, Klaus Seifert und Gerhard Post.
Nachdem der Verein 1955 sein fünfzigjähriges Jubiläum feierte, änderte sich einiges. In der nun folgenden Zeit stellte der Verein die weitaus meisten Vorsitzenden des Bezirkes 01 Berlin im VDA. Namen wie Wilhelm Schmidt, Alfred Gutzmer, Erich Nüscher, Fred Schotte, den bekannten Fachbuch-Autor und Weltreisenden Aquarianer aus Leidenschaft Horst Linke, sowie Klaus Seifert und last but not least Egon Stahl, sind in die VDA - Bezirksgeschichte eingegangen.
Mitte der sechziger Jahre beteiligte sich der Verein an einen Vortragswettbewerb, den der VDA ausschrieb. Mit dem Dia-Vortrag „Vom Floh allein kann der Fisch nicht leben" gewann er den 3.Preis. Ende der Sechziger machte dann die FITOBE, Film- und Tonbildgemeinschaft Berlin, von sich reden. Der harte Kern dieser Gruppe bestand vorwiegend aus TRIANEA- Vereinsmitgliedern, die ferne Länder besuchten und viele interessante Vorträge für Aquarianer herstellten.
Bis heute beteiligte sich der Verein in schöner Regelmäßigkeit an den Ausstellungen der HTP mit einem eigenen Stand. Auch dort empfing er des Öfteren wertvolle Preise. In den letzen Jahren machte der Verein leider eine ziemliche Flaute durch. Er verlor fast die Hälfte seiner Mitglieder. Aber dann übernahm Herbert Monin als Vorgänger der jetzigen ersten Vorsitzenden Britta Lewerenz, die Leitung des Vereins TRIANEA und schaffte damit einen neuen Zusammenhalt unter den Vereinsmitgliedern. Wir sind nun ein kleiner, aber feiner Verein. Denn unser prominentestes Mitglied Horst Linke ist unser Ehrenmitglied und ehemaliger VDA-Vizepräsident, Autor mehrerer aquaristischer Fachbücher, Züchter seltener Fische und Weltreisender in Sachen Aquaristik. Er war auch Manager der FITOBE, und ist Ehrenmitglied im VDA-Bezirk 01,Berlin-Brandenburg. Außer den oben genannten Persönlichkeiten befanden sich in den Vereinsreihen auch der ehemalige Rechtsberater und die stellvertretende Schatzmeisterin des VDA, Herr Peter Flegge und Frau Edith Rausch. Selbstverständlich will sich der Verein nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen. In den vergangenen 100 Jahren hat der Verein TRIANEA viele Höhen erlebt, aber auch Tiefen überstanden. Bis jetzt wurde er mit allen Widrigkeiten fertig. So soll es auch in Zukunft bleiben.
1. Schriftführer und Geschäftsführer
>>> hier zur chronlogischen Übersicht der Vereinsvorsitzenden seit 1905 |